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Donnerstag, 23. Februar 2012

Die 3 und die 0 können mich mal

Heute bin ich irgenwie total unmotiviert. Einer dieser Tage, an denen man sich am liebsten zu Hause im Bett verkriechen möchte. Niemanden sehen und niemanden hören. Ich glaube Schuld daran ist unter anderem mein anstehender Geburtstag.

Früher war das ja immer etwas ganz tolles. Man war dann auch nicht sieben, sondern schon siebeneinhalb und somit ja schon fast acht, also praktisch schon erwachsen und gefälligst ernst zu nehmen! Aber irgendwann tauscht man die Partyhütchen gegen Sekt aus. Man ist dann auch nicht Ende zwanzig oder Anfang dreissig sondern fünfundzwanzig, also praktisch noch jugendlich frisch und faltenlos. Und natürlich nach wie vor ernst zu nehmen.  

Das einzige was gleichgeblieben ist, ist also eigentlich, dass man irgendwie immer ein bisschen schummelt beim Alter. Fakt ist, dass ich bereits fünf Mal den fünfundzwanzigsten gefeiert habe. Ich sorge aber jeweils dafür, dass immer Unmengen an alkoholischen Getränken vorhanden sind, weshalb die sich immer wiederholende Zahl bisher noch keinem aufgefallen ist. Aber langsam wird's langweilig. 

Nun steht ein grosser, runder Geburtstag vor der Türe. Den ich irgendwie, so sehr ich es auch will, einfach nicht ignorieren kann. Ich werde dreissig. Ja, ich schreibe es absichtlich in Buchstaben und nicht in Zahlen, denn dieses Alter in Zahlen zu sehen erschreckt mich. Was heisst hier erschrecken, die Drei und die Null schreien mich ja praktisch an! 
Sie schreien: Was, du wirst schon soooooooooooo alt?! Und bist immer noch nicht voll verdienend?! Hast noch kein einziges Kind?! Bist noch nicht verheiratet, ja noch nicht einmal verlobt?? Was hast du denn bitte schön die letzten dreissig Jahre deines Lebens gemacht?? Wo warst du bloss, als alle anderen die Karriereleiter hochgeklettert sind, sich Partner geangelt haben und mit denen fleissig Kinder produzierten? 

So habe ich mich jetzt monatelang von der Drei und der Null einschüchtern lassen. Vor allem von der Drei, die ist besonders giftig. Die flüstert nämlich noch hinterher: Und jetzt wirst du aaaalt. Von jetzt an gehts nur noch bergab mit dir. Dein Körper wird keine Kinder mehr austragen können, du bekommst hässliche Falten im Gesicht, deine Titten und Pobacken werden den Kampf mit der Erdanziehungskraft antreten müssen und einstellen will dich auch keiner mehr. 
Die Drei ist echt fies, oder? Und so überzeugend! Sie hatte mich nach kurzer Zeit genau da, wo sie mich haben wollte: Verängstigt, über mein Alter lügend. Ich habe mein Alter in dem Flüsterton ausgesprochen in dem andere Frauen nach Tampons fragen. 

Aber dann habe ich mir gedacht: Näh. So nicht. Immerhin muss ich es die nächsten zehn Jahre mit der Drei aushalten, da muss ich mich irgendwie mit ihr versöhnen. Und vor allem, sie in ihre Schranken weisen, denn in meinem Leben habe immer noch ich das Sagen.

Ich werde also dreissig. Na und? Die Leute glauben mir nicht ohne Grund ich sei noch 25, sie schätzen mich oft sogar noch jünger. An dieser Stelle muss ich zugeben, ich fühle mich schon ein bisschen geehrt, wenn ich im Laden beim Bier kaufen nach meinem Ausweis gefragt werden, und die Kassiererin mir den dann verlegen stotternd zurück gibt. Davon können sich gefälligst viele Frauen eine Scheibe abschneiden!
Und was ich all die Jahre gemacht habe, als die andere die Karriereleiter und die Erzeuger ihrer Schreihälse bestiegen? Gelebt. Ich habe in verschiedenen Ländern gelebt, Sprachen gelernt, von anderen Kulturen gelernt und das Leben genossen. Ja sicher, mein Kontostand findet das nicht so toll, aber mein Intellekt schon. Ich habe so viele Erfahrungen gesammelt, die so viel wertvoller sind, als es Geld je sein könnte. 
Und ganz ehrlich, ich habe es gerade nicht sehr eilig, Sprösslinge zu haben. Der Erzeuger dazu... Ja, das ist jetzt ein ganz anderes Thema. Dem Thema "Männer" widme ich doch immer wieder gerne einen Blog. 

Also schaue ich der 3 und der 0 mutig in die Augen. Denkt ihr etwa, ihr könnt mein Leben irgendwie ändern? Ihr seid bloss Zahlen! Ich werde mein Leben weiterhin einfach nur geniessen, und meinem Weg folgen. Ich bestimme, wann mein Leben bergab geht und wann nicht, und keine dummen Zahlen, die sich nicht mal teilen lassen. Die Drei ist nämlich nichts weiter als eine einsame Primzahl, die keiner will. Ha! Nimm das!!

Mittwoch, 22. Februar 2012

Pendeln oder "L'enfer, c'est les autres"

Seit neuestem bin ich unter die Pendler gegangen. Nun verbindet mich eine Hassliebe mit dem Zugfahren.

Ich liebe es, am Morgen über eine Stunde arbeitsweg zu haben. Ok, das früh Aufstehen ist lästig. Aber das ist Aufstehen vor 12 Uhr mittags doch eigentlich immer. Aber als bekennender Morgenmuffel muss ich sagen, es gibt nichts besseres, als morgens eine Stunde Zugfahren. Ich habe eine Stunde Zeit, zu frühstücken, meinen Kaffee zu trinken und die Zeitung zu lesen. Außerdem komme ich wieder dazu, in Ruhe Musik zu hören. Naja, mehr oder weniger in Ruhe. Auf dieser Zugstrecke arbeitet des Öfteren ein Minibar-Fahrer (Railbistrowägelifahrer? Auch das Wort Saftschubse wurde mir schon nahegelegt. Falls jemand die genaue Berufsbezeichnung kennt, bitte kommentieren!)... Also so einer von denen arbeitet öfters auf dieser Zugstrecke. Er zeichnet sich besonders durch völliges Fehlen jeglicher Sensibilität aus. So weckt er ein gemütlich schlafender Reisender gerne mal auf, um sich zu erkundigen, ob er denn etwas von seiner Minibar möchte. Einen Kaffee vielleicht?
Ja, sieht er denn so aus als würde er jetzt was trinken wollen?!

Auch mich hat er schon aus meiner allmorgendlichen SBB-Gemütlichkeit gerissen. Ich hasse nichts mehr als frühmorgendliche Kommunikation. Deswegen hier noch einmal mein Aufruf:

"Lieber Herr Railbistrowägelifahrer. Wenn ich bereits einen Kaffee vor mir stehen habe und ein Gipfeli am esssen bin, können Sie eigentlich davon ausgehen, dass ich nichts von ihrem Wägeli will. Auch nicht wenn Sie extra stehen bleiben und mich minutenlang anstarren, bis ich die Kopfhörer aus dem Ohr zupfe und meine Aufmerksamkeit von meiner Zeitung abwende um sie gezwungenermassen Ihnen zuzuwenden.Dann erst recht nicht. Und nein, morgens um 7.30 Uhr habe ich wirklich keine Lust auf ihre 'witzigen' Sprüche oder jegliche andere Art der Konversation mit Ihnen. Eigentlich habe ich das nie. Danke für die Kennnissnahme."

Aber abgesehen von diesem komischen Mann liebe ich meine allmorgendliche Fahrt zur Arbeit. Und das Beste daran: Wenn ich bei der Arbeit ankomme bin sogar ich wach!

Die Heimreise mag ich allerdings nicht so. Es ist einfach so zeitraubend, und ich wäre nach Feierabed gerne schnell zu Hause. Wenn man sich schon nur kurz auf ein Feierabend-Bier trifft wird's nun immer gleich so spät. Und ich brauch schließlich auch meinen Schönheitsschlaf!

Auch muss ich oft an das Zitat von Sartre denken"L'enfer c'est les autres" (Die Hölle, das sind die anderen), aus seinem Buch "Huis Clos" (wohl das einzige was mir aus jahrelangem Frazösischunterricht geblieben ist übrigens und auch das einzige französische Buch welches ich verstanden habe). Ich finde überfüllte Züge per se schon nervig. Aber wenn diese dann z.B. mit betrunkenen Fasnächtlern gefüllt sind (morgens wie abends) nervt das umso mehr. Morgens mag ich einfach kein nach Alkohol duftender Sitznachbar haben und abends... eigentlich auch nicht.
Sich prügelnde Kinder, die es schaffen sich über alle vier Sitze hinweg zu prügeln (obwohl einer von mir belegt ist), tragen auch nicht gerade zu meinem inneren Frieden bei. Die gelangweilte Mutter, die nichts dagegen unternimmt noch weniger. Kinder, Fasnächtler...bäh!!
Normalerweise bleibe ich ja von den Gesprächen meiner Mitreisenden verschont, da ich Musik höre. Heute Abend war leider der Akku von meinem iPhone leer. Jetzt kenne ich bis ins Detail die Beziehungsprobleme meiner Sitznachbarin, die glaube ich nicht mal der betreffende Freund so genau weiss. Sie heulte sich bei einer Freundin am Telefon aus.

Um doch noch etwas positives zu sehen: ich lese jetzt drei Zeitungen täglich und bin immer top informiert. Auch darüber, dass Mario ein Arsch ist, weil er seine Freundin "immer so anschreit" wenn sie streiten. Ich kann ihn verstehen. Total.

Samstag, 11. Februar 2012

Was für die Ohren

Ich werde mich diesmal spartanisch kurz halten. Nicht aus Faulheit - natürlich nicht. Sondern weil es manchmal eben auch ohne viel Worte geht.
Es ist ja eisig bitter kalt bei uns zur Zeit. Man fragt sich was denn bloss mit der Klimaerwärmung los ist. Wo ist sie bloss wenn man sie mal braucht? Aber ohne mich gross über die "sibirische Kälte" auszulassen, da das Thema bereits in sämtlichen Zeitungen übervertreten ist, komme ich gleich zum Punkt: Hier ein paar Musiktitel, bei denen es einem etwas wärmer wird ums Herz und die den Sommer zumindest in unsere Ohren bringen.

Flamenco Pop: Manu Chao - Me Llaman Calle
Für Indie-Fans: Johnossi - Man Must Dance
Brasilianisches Rhythmen aus Österreich: Richard Dorfmeister & Madrid de los Austrias - Valldemossa
Salsa bringt immer gute Laune: Luis Enrique - Yo no sé mañana
Ich weiss, aaaaalt, aber DER Sommerhit: Foster the People - Pumped Up Kicks
Einfach nur WOW: Rodrigo y Gabriela - Tamacun
Klassiker: The Lovin' Spoonful - Summer in the City
Für das Clb-Feeling: Calvin Harris ft. Kelis - Bounce

Freitag, 27. Januar 2012

Sind Sie noch Jungfrau?

Frisch zurück aus Mexiko mag ich meistens erstmal niemanden sehen oder hören. Ich vergrabe mich zu hause und stopfe mich mit Schokolade voll (sonst bin ich ja nicht so der Schokolade Typ). Nach nun fünf Tagen bin ich zumindest wieder bereit für schriftliche Lebenszeichen.

Einen Teil dieses Blogeintrags schrieb ich bereits im Flieger: 
Jetzt sitze ich wieder im Flieger zurück nach Hause (wobei Mexiko für mich inzwischen auch zu Hause ist). Und, man ahnt es, dass ich wieder am Blog-Eintrag schreiben bin kann nichts gutes bedeuten. Ja, mein persönlicher kleiner Bildschirm funktioniert wieder mal nicht. Ich scheine ein schlechtes Bildschirm-Karma zu haben. Wenigstens die Spiele funktionieren. Das einzig gute ist allerdings Tetris und nachdem ich mich damit nun eine Stunde lang vergnügt habe, ist auch das langweilig.

Wieder sitze ich in der Mitte. Rechts neben mir eine schlafende Mexikanerin, links neben mir ein junger Inder mit dem ich gerade ein Gespräch hatte, das ich so schnell wohl nicht wieder vergessen werde. Und aus demselben Grund wohl auch nicht wieder aufnehmen werde. Nach ungefähr zehn Minuten „Woher kommst du, was hast du in Mexiko gemacht“-Smalltalk, fragte mich der Gute, ob ich bereits vergeben sei und ob ich denn schon viele Boyfriends hatte.
Dass ich ihm auf die letztere Frage keine genaue Zahl nennen konnte, schockierte ihn offensichtlich. Ganz ehrlich, die genaue Zahl hätte ihn wohl auch nicht beruhigt. (Ich gehe davon aus, dass alles was mehr als drei ist, ihm das Blut in den Kopf (oder woanders hin) steigen liesse). Seine nächste Frage brachte dann allerdings mich etwas aus dem Konzept: „Bist du denn noch Jungrau?“ Hallo?! HALLO?!! Ich wusste nicht so recht, ob ich wütend werden oder lachen sollte. Also erstens mal, natürlich NICHT, ich wäre ja schon lange… vertrocknet und ausgedörrt. Zweitens, was zum Geier geht ihn das an? Oder ist das in Indien eine Standardfrage? „Wie heissen Sie?“ „Woher kommen Sie?“ „Was machen Sie beruflich?“ „Sind Sie noch Jungfrau?“ Seine nächste Frage, ob ich denn mit allen meinen Freunden…..ich wisse schon… halt eben…. War mir dann doch etwas zu viel. Soll er sich doch bitte wie jeder normale Mann einen Porno kaufen und mich in Ruhe lassen!


Also erwarten mich weitere 8 Stunden ohne Filme und ohne Gespräche. Aber lieber so als mich mit jemandem den ich kaum kenne und der offensichtlich sexuell etwas frustriert zu sein scheint, über mein Sexleben zu unterhalten.

Wieder einmal verfolge ich also Plan B: Rotwein trinken. Viiiel Rotwein trinken.

Es folgten weitere interessante Begegnungen auf dem langen Weg von Mexico City nach Zürich. Darunter ein verwirrter Spanier, der wohl irgendeine Substanz zu viel konsumiert hatte in seinem Amsterdam-Urlaub, und nicht wirklich wusste, wo er war und welchen Tag wir hatten. Aus irgendeinem Grund sprach er auch ständig Englisch, obwohl er sich mit eigentlich gleichsprachigen unterhielt und eigentlich nicht wirklich Englisch konnte: „I am of Barcelona. It’s muy muy nice the city.“
Auch lernte ich eine der berühmtesten Küchen-Chefinnen Mexikos kennen. Leider wollte sie meiner Einladung, mich bei mir zu Hause zu bekochen, nicht folgen.

Zudem wurde ich von der zivilen Airport Security untersucht. Ich schaffte es mal wieder, Autoritäten auf die Palme zu bringen, indem ich sie nicht als solche wahrnahm. Zu meiner Verteidigung, ich hatte gerade eine Bruchlandung in Amsterdam hinter mir. Es windete dort heftig, weshalb der Flieger alles andere als sanft landete. Vielmehr näherte er sich stückweise fallend dem Boden. Sehr zum Entsetzen meines Magens, der sich auch nach dem Aussteigen noch nicht wieder beruhigt hatte. In meiner Mission „nicht mitten in den Flughafen zu kotzen“, empfand ich den Typen der versuchte, unauffällig mit seinem Ausweis vor mir herumzuwedeln, doch eher als stören. Ich schaffte es dann aber doch einigermassen, seine Fragen zu beantworten und ihn meinen  Koffer durchwühlen zu lassen. Da mein Koffer später noch einmal durchsucht wurde, bin ich jetzt doch etwas unsicher, was meine nette, unschuldige Erscheinung angeht…

Und nun sitze ich wieder in der kalten, grauen Schweiz und habe einen fürchterlichen Jetlag. Aber langsam gewöhne ich mich wieder daran, hier zu sein und bin wahnsinnig gespannt auf mein neues Praktikum, dass ich nächste Woche beginne!!!

Sonntag, 15. Januar 2012

Wein-nachten

Endlich Weihnachten!! (Ich habe diesen Eintrag einen Tag vor Weihnachten geschrieben - bin leider erst jetzt dazu gekommen, ihn hochzuladen. Bin extrem beschäftigt zur Zeit - mit Ferien machen, Sonne tanken, shoppen und Party!)

Also...endlich Weihnachten! Denn das bedeutet für mich vor allem zwei Dinge: endlich Mexiko und endlich ist Weihnachten wieder vorbei. Aber eines nach dem anderen.

Jetzt gerade sitze ich im Flugzeug von Paris nach Mexiko. Und dass ich jetzt gerade diesen Blogeintrag schreibe, daran ist Air France schuld. Eigentlich wollte ich nämlich gemütlich in meinem eigenen Bildschirm einen Film gucken und dazu einen Wein trinken. Oder vielleicht zwei. Oder so. Aber mit meinem Glück kam es natürlich anders. Mein Bildschirm funktioniert nämlich nicht - sowie der von dreissig weiteren Fluggästen. Nach nervigen 45 Minuten „Veulliez patienter“ (was nach so langer Zeit etwas ironisch wirkt), konnte ich mir zumindest anschauen, wo wir uns gerade befinden. Sprich ein kleines weisses Flugzeug über einem grossen blauen Hintergrund – der Atlantik. Wahnsinnig informativ. Und als wäre das nicht genug, habe ich auch noch den Sitzplatz in der Mitte. Zwar zwischen zwei ganz netten Leuten, aber dennoch in der Mitte. Bisher habe ich mich damit unterhalten, die Flugbegleitung im zehn-Minuten-Takt zu fragen, wenn sie denn  endlich gedenken, das Problem mit dem Bildschrim zu beheben. Bisher allerdings erfolglos. Die Bildschirme der weiteren dreissig Fluggäste funktionieren übrigens inzwischen. Mein Plan B: Noch fünf, sechs oder sieben (…) Wein trinken und dann in einen komatösen Schlaf verfallen bis wir in Mexiko landen.
Da die Flugbegleitung aber nur alle 15 Minuten vorbei kommt bin ich erst bei Wein Nummer zwei und vertreibe mir die Zeit mit dem Verfassen dieses Blogeintrags.

Die vergangenen knapp vier Wochen habe ich am Weihnachtsmarkt meiner Stadt verbracht, wo ich Glühwein verkaufte. An und für sich eine angenehme Tätigkeit, wenn man eine Arbeit für zwischendurch und dringend Geld braucht. Wären manche Menschen nur nicht so unglaublich… kognitiv beschränkt!!! Hier die Top Five der dümmsten Fragen die mir (regelmässig!!) gestellt wurden in den letzten Wochen:
1.       Wir verkauften nicht nur roten Glühwein, sondern auch weissen. Ungefähr drei Mal pro Stunde wurde ich gefragt: „Siiiiiiieee, was ist denn der Unterschied zwischen dem weissen und roten Glühwein?“ „Huy, Schatz schau, die haben weissen Glühwein! Siiiiieee, was ist denn weisser Glühwein?“
Lieber Leser. Ich werde diese Frage einfach unkommentiert so stehen lassen. Ich glaube an ihre kognitive Kompetenz!
2.       Wir verkauften den Glühwein nicht nur offen, sondern auch in Flaschen. Einerseits den herkömmlichen roten Glühwein (neben dem besagten weissen). Dieser hiess „Weihnachtsglühwein“. Wohl eine sehr irritierende und irreführende Bezeichnung: „Siiiiiiieee, was ist Weihnachtsglühwein? Haben sie keinen normalen Glühwein??“
3.       Und wir verkauften auch einen Bio Glühwein in Flaschen (So angeschrieben. Ganz gross). „Siiiieeeee, was ist der Unterschied zwischen diesem Glühwein und dem da (normaler roter „Weihnachtsglühwein“)???“ „Ja, der ist Bio und der andere nicht.“
4.       Dieser Frage gebührt eigentlich Platz eins. Aber Sie wurde nur etwa 3 Mal gestellt, weshalb Sie leider keine Medaille erhält: „Siiiiiiiiiiiiiiiiiieee, verkaufen Sie auch Glühwein?“ (Quer über meinem Stand stand in riesigen Buchstaben: GLÜHWEIN).
5.        „Siiiiieeee, ist in dem Glühwein Alkohol drin?“

So, jetzt ist Wein Nummer vier da und ich muss das Migrations-Dings ausfüllen. was ich gerne nüchtern mache. Habe ja auch nur noch neun Stunden Zeit. Ich werde also weiterhin hartnäckig meinen Plan B verfolgen.

Nachtrag:
Nachdem ich den netten Flugbegleiter etwa zwei Stunden zu Tode genervt habe, bot er mir an, mit mir Karten zu spielen. Ein Angebot das ich zu seinem Erschrecken annahm. Weshalb er schliesslich organisierte, dass ich meinen Platz mit jemandem tauschen konnte. Aber nur für zwei Stunden. Immerhin! Jetzt habe ich endlich den Film „Chez les Ch’tis“ gesehen – sehr empfehlenswert!!
Endlich in Mexiko erwarteten mich spannende zwei Stunden Wartezeit bei der Passkontrolle. Falls jemand mir für meine nächste Reise sein besonders nerviges Kleinkind ausleihen möchte, wäre ich dankbar, denn Eltern mit schreienden Kindern wurden vorgelassen.
Jedenfalls bin ich inzwischen heil hier angekommen und geniesse das schöne Wetter, das unglaublich leckere Essen und die Zeit mir meinen Freunden!

Ich wünsche Euch allen ein geniales 2012 voller positiver Überraschungen und wunderschönen Momenten!

Dienstag, 6. Dezember 2011

Prince Charming gibt es nicht

Ich gehöre zu der Generation, die mit Disneyfilmen aufwuchs. Aladdin, Mulan, Pocahontas, Cinderella… Dementsprechend glaubte ich auch an heldenhafte Männer, die um ihre Frau kämpfen, immer (oder zumindest nach ca. achtzig Minuten) genau wissen was sie will und romantisch sind bis zum geht nicht mehr.
Doch dann wurde ich grösser und musste enttäuscht feststellen, dass da keiner auf einem Schimmel angeritten kommt  um mich zu retten, dass niemand für mich mit einem Drachen kämpft (es sei denn dieser lässt sich unter den Tisch trinken) und auch nicht mit einem Schuh bewaffnet das ganze Land nach mir absucht. Stattdessen tun sich die meisten schon mit etwas so grundlegendem wie gute Manieren schwer.

Dem Disneyalter entwachsen folgten die Hollywoodfilme und –serien mit diesen rauen, krassen Kerlen mit weichem Herz und harter Schale. Die Message war klar:  Hey Frauen, ihr müsst nur lange genug an der Schale kratzen, dann werdet ihr sein weiches Herz sehen. Also standen wir plötzlich auf Arschlöcher und erhofften in ihm einen getarnten Disney-Traumprinzen gefunden zu haben.
Nächster Schritt in die Realität: Arschlöcher sind einfach nur Arschlöcher. Es geht ihnen nur ums eine. Das einzige weiche, was hinter dieser grossen Fresse mit dem schlechten Vokabular zu erwarten ist,  ist sein Hirn.

Aber wo sind sie denn nur, die Aladdins, Erics und Herkules’, wo seid ihr, Prince Charmings dieser Welt???

Männer.
Wann werdet ihr lernen, dass wir Frauen nicht darauf stehen, dass ihr gedanklich in unserem Ausschnitt ertrinkt und euch ungefragt an unserem Po vergreift? Dass wir eure coolen Sprüche irgendwann alle gehört haben und sie uns nur noch langweilen? Auch Anspielungen auf euer unglaublich hohes Gehalt sind relativ überflüssig. Ich freue mich zwar für ihn, und natürlich freue ich mich für mich, dass er mir für den Rest des Abends die Getränke sponserst. Aber sein Kontostand scheint mir nicht ein Thema zu sein, das vertieft werden muss.

Früher habe ich mich damit getröstet, dass es bestimmt besser wird wenn ich erst mal etwas älter bin. Dann sind die Jungs bestimmt auch reifer. Schon wieder getäuscht. Es scheint tatsächlich Männer zu geben, die NIE reifer werden. Und diejenigen die es sind, und dazu noch einigermassen gut aussehen und deren IQ höher ist als meine Zimmertemperatur sind meistens schwul oder vergeben. Oder beides.

Vielleicht denkt ihr jetzt, ich habe total hohe Ansprüche, die keiner erfüllen kann. Eigentlich nicht. Grundvoraussetzungen, damit ich mich länger als 5 Sekunden mit jemandem (egal ob Mann oder Frau) unterhalte, gibt es sogar nur eine: eine gewisse Intelligenz sollte schon vorhanden sein. Sonst kann ich mich ja auch mit meiner ausgetrockneten Zimmerpflanze unterhalten.

Bevor jetzt behauptet wird, ich sei eine verzweifelte, sexuell völlig ausgedorrte Zicke: Ich weiss, nicht alle Männer sind so unbrauchbar. Ich kenne sogar viele tolle Männer! Nur auf jeden tollen scheinen schätzungsweise fünf Idioten zu kommen. Ich weiss, es ist umgekehrt auch nicht einfach, eine gute Frau zu finden.
Es sollte auch eher ein Appell an Disney und Hollywood sein. Dank denen warte ich immer noch auf meinen Aladdin, der mich mit seinem fliegenden Teppich zum Essen ausführt. Ich hätte mich wohl eher an die weiblichen Vorbilder halten sollen und mir wie Schneewittchen gleich sieben Typen angeln!


Übringens scheint auch die Disney-Helden irgendwann das wahre Leben einzuholen: http://www.geekologie.com/2009/06/when_the_fairy_tale_ends_real.php

Montag, 7. November 2011

Think positive!

Nun bin ich seit knapp zwei Wochen arbeitslos.OK, nicht ganz arbeitslos, an den Wochenenden arbeite ich im miesesten Club der Stadt an der Bar – und es macht mir Spass!! Natürlich auch weil ich weiss, dass es nur vorübergehend ist.

Zudem habe ich das mit dem positiv Denken glaube ich langsam verstanden. Jetzt muss nur noch die Anwendung verinnerlicht werden.
Es geht darum, die Gedanken von Grund auf positiv und nicht negativ zu formulieren. Statt zu denken „Ich habe Angst, keine Arbeit zu finden“ oder „Ich will nicht arbeitslos und arm sein und unter der Brücke schlafen müssen“, denkt man z.B. einfach „Ich will eine gute Arbeit finden, die mir Spass macht, und mit der ich genug Geld verdiene, dass es mir gut geht“. Nun, es scheint zu funktionieren, denn ich habe diese Woche vier Vorstellungsgespräche – in den vergangenen drei Monaten hatte ich ganze drei, und die waren zudem auch sehr eigenartig.

Mir auf die Sprünge geholfen hat unter anderem das Buch The Secret. Ich habe zum ersten Mal vor dreieinhalb Jahren davon gehört. Von meinem damaligen Mitbewohner in Mexiko der Mormone war. Seine Glaubensrichtung hat mich zugegebenermassen sehr stark davon abgeschreckt, diesem Buch oder dem Film Beachtung zu schenken. Ein zufällig miterlebter Bibelkreis mit seinen Glaubensbrüdern und -schwestern hatte mir vorerst gereicht und ich wollte daher nicht einmal genau wissen, worum es in dem Film ging, von dem der brave (verdammt brav, in beängstigender Weise brav), gottesfürchtige Junge dermassen schwärmte. Von da an hörte ich immer wieder von dem Buch und dem Film, v.a. das Buch wurde mir immer wieder empfohlen, bis ich es schliesslich sogar geschenkt bekam, Das ist nun etwas über ein Jahr her, und bisher leistete das Buch ungeöffnet meinem Bücherregal treue Gesellschaft. Bis mir vor einigen Tagen jemand sagte: „Du hast mich doch gefragt, wie das mit dem positiv Denken gehen soll. Ich hab die Antwort für dich. Lies The Secret von Rhonda Byrne.“ Also überwand ich mich schliesslich und begann, das Buch zu lesen. Es hat tatsächlich nichts mit Mormonen oder dergleichen zu tun. Es ist zwar teilweise etwas nervig abgehoben geschrieben, aber es ist genau die Antwort, nach der ich gesucht habe.

Indem wir die Art verändern, wie wir denken, können wir unser Leben verändern. Denn unser Leben spiegelt unser Denken wider. Um es mal ganz simpel und vereinfacht wiederzugeben.

So, zum Schluss möchte ich noch ein paar Lieder teilen, die sich zurzeit in meiner Playlist befinden. Sozusagen meine Gute-Laune-Musik: